Gemeinderats­beschluss zur nachhaltigen Beschaffung

Mit einem Gemeinderatsbeschluss kann die nachhaltige öffentliche Beschaffung in der Gemeinde verankert werden. Dies gewährleistet eine kontinuierliche Umsetzung und den größtmöglichen Nutzen beim nachhaltigen Einkauf.

© Bedeutung der nachhaltigen Beschaffung

Ein Gemeinderatsbeschluss ist eine Möglichkeit, die öffentliche Beschaffung nach nachhaltigen Prinzipen in der Gemeinde zu verankern.

Inhalt

Im Gemeinderatsbeschluss werden Beschaffungsbereiche definiert, in denen sich die Gemeinde verpflichtet nach den Kriterien des „Österreichischen Aktionsplans für eine nachhaltige öffentliche Beschaffung“ (kurz: naBe-Aktionsplan www.nabe.gv.at) zu beschaffen, die im „NÖ Fahrplan nachhaltige öffentlichen Beschaffung 2.0“ (2021) verankert sind.

Jede Gemeinde kann für sich selbst entscheiden, welche Produktgruppen sie für den Beschluss wählt.
Zusätzlich zur Liste der Beschaffungsbereiche kann im Gemeinderatsbeschluss auch eine Beschreibung der individuellen Maßnahmen angeführt werden. So können zum Beispiel simple Richtlinien zur Beschaffung von Druckerpapier, bis hin zu Kriterien für komplexere Anschaffungen, wie dem Gemeindefuhrpark, festgelegt werden.

NÖ Energie­effizienz­gesetz 2012

Verpflichtend mit einzubeziehen sind die Richtlinien der energieeffizienten Beschaffung laut NÖ EEG 2012. Wie ein Beschluss über die Vorgaben des NÖ EEG 2012 aussehen kann, zeigt die Beschlussvorlage des Nachhaltigen Beschaffungsservice NÖ.

Nutzen für die Gemeinde

Die Gemeinde leistet durch eine nachhaltige öffentliche Beschaffung einen positiven Beitrag zur ökologischen und sozialen Entwicklung. Zusätzlich profitiert sie von weiteren Vorteilen: Sowohl direkte Kosten als auch soziale Folgekosten werden durch die Orientierung am tatsächlichen Bedarflängere Nutzungsdauernbessere Energieeffizienz und damit verbundene Energieeinsparung, den Einsatz von Altstoffen, die Wiederverwendung bzw. Verwertungsquotenerhöhung und natur- und flächeneffizientes Bauen gesenkt.

Durch die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards, sowie einer guten Vorplanung erhält die Gemeinde Rechtssicherheit und Risikominimierung in der Beschaffung.

Umsetzung

  • Information des Gemeinderats über die Vorteile und Hintergründe einer nachhaltigen Beschaffung
  • Analyse der Potentiale der nachhaltigen Beschaffung in der Gemeinde (z.B. Überblick über Beschaffungsabläufe – wer kauft was, wann und in welcher Menge; Vergleich des Ist-Zustandes mit den naBe-Kriterien; Potentiale und Verbesserungsmöglichkeiten)
  • Festlegen der Produktgruppen bzw. Beschaffungsbereiche, in denen die Gemeinde verpflichtend nachhaltig beschaffen möchte
  • Definition verbindlicher Ziele der Gemeinde zur nachhaltigen Beschaffung
  • Formulierung eines Gemeinderatsbeschlusses (Vorlage) und Beschlussfassung

Umstellungsschritte in der Gemeinde

  • Definieren Sie Beschaffungsverantwortliche und ermöglichen Sie deren Vernetzung.
  • Arbeiten Sie mit der regionalen Wirtschaft zusammen und informieren Sie die Betriebe über klimafreundliche Kriterien und die Ziele der Gemeinde bei Ausschreibungen oder Projektvergaben.
  • Erkundigen Sie sich bei Ihren Lieferanten nach nachhaltigen Produkten. Fordern Sie diese bei Bedarf auf, nachhaltige Produkte in die Angebotspalette aufzunehmen.
  • Kommunizieren Sie Ihre Umsetzungserfolge (lokalen Medien, Gemeindezeitung, Fachmedien).
  • Richten Sie Ihre Gemeindefeste nach nachhaltigen Kriterien aus und feiern Sie Ihre Erfolge von der Umstellung auf die nachhaltige Beschaffung.
  • Nehmen Sie Unterstützungsangebote in Anspruch: www.beschaffungsservice.at (Einkaufshilfen & Hintergrundinfos zur nachhaltigen Beschaffung)

Unterstützungsangebote

Sie haben Fragen?
Wir helfen Ihnen weiter.